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VVN-Bund der Antifaschisten,
Kreisvereinigung Karlsruhe:
Reader
zur Vorbereitung der Aktionen gegen die Nazi-Aufmärsche am 3.
Dezember in Karlsruhe und Rastatt
Inhalt
- Zur politischen Lage nach den Bundestagswahlen
Den neonazistischen Parteien gelang es nicht, in den Bundestag einzuziehen.
NPD, REP und BüSo haben jedoch mit 2,2% ihr Ergebnis gegenüber der
Bundestagswahl 2002 verdoppelt. Unsere Antwort muss sein: Gehen wir auf die
Straße, um die Nazi-Aufmärsche in Karlsruhe und Rastatt zu
verhindern. » mehr...
- Drahtzieher im braunen Netz: Christian Worch
Worch hat alle Nazi-Aufmärsche der letzten Zeit in Karlsruhe
angemeldet. Die drei letzten am 30.09.2003, 31.12.2003 und am 27.03.2004 wurden
verboten wegen nachweislicher Gewaltandrohung. Worch hat eine 25-jährige
Nazikader-Karriere einschließlich zweier Gefängnisaufenthalte hinter
sich. » mehr...
- Kameradschaft Karlsruhe
Die neonazistische Gruppe entstand 1993 als organisatorische Antwort auf
die Organisationsverbote für mehrere Nazi-Organisationen, in deren Gefolge
bundesweit sog. freie Kameradschaften entstanden. Seit März 2004 sind
für das Stadtgebiet keine Aktionen bekannt geworden. Die Aktivitäten
der Kameradschaft haben sich seither auf das Umland von Karlsruhe verlagert,
was nun offensichtlich geändert werden
soll. » mehr...
- Über die drei Nazi-"Märtyrer"
Dem geplanten Nazi-Aufmarsch in Karlsruhe am 3. Dezember dient die
angeblich "ausufernde Gewalt gegen Nationalisten" als "Opfer
einer falschen, inländerfeindlichen Politik" unter dem Motto
"Daniel Wretström, Sandro Weilkes, Pim Fortyn - Kein Vergessen - Kein
Verzeihen" zum Vorwand. Wer sind diese drei
Personen? » mehr...
- Leipziger zwingen Neonazis zur Umkehr
Worchs Aufmarsch mit 200 Neonazis am letzten Samstag in Leipzig endete
570 Meter nach dem Start am Hauptbahnhof abrupt. Wie ging das? Das
können wir von den Leipziger Antifaschisten
lernen. » mehr...
- Worch bereitet für Ende Januar weitere Nazi-Aufmärsche vor
Wir werden noch mehr zu tun bekommen. Wie es der Zufall will, gelang es
Antifa-Hackern voriges Wochenende, die Nazi-Webseite "freier
Widerstand" zu knacken. Aus dem nichtöffentlichen Schriftverkehr geht
hervor, dass Worch und seine Neonazis Ende Januar 2006 in Karlsruhe und drei
weiteren Städten aufmarschieren
wollen. » mehr...
1. Zur politischen Lage nach den Bundestagswahlen
So begrüßenswert es ist, dass bei den Bundestagswahlen der
schwarz-gelbe Block keine Mehrheit bekommen hat und eine starke Linksfraktion
in den Bundestag eingezogen ist, sollte nicht vergessen werden, dass die
neonazistischen Parteien zwar draußen geblieben sind, dass sie aber mit
2,2% der Zweitstimmen ihr Ergebnis gegenüber der Bundestagswahl 2002
verdoppelt haben. Über eine Million Wählerstimmen für die
Neonazis zeigt, wie wichtig die Bekämpfung antidemokratischer,
ausländerfeindlicher Positionen ist und bleibt. Deswegen sollten wir die
Neonazi-Aufmärsche nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Gehen wir auf die Straße, um die Nazi-Aufmärsche in Karlsruhe und
Rastatt zu verhindern.
Nach wie vor sind Erwerbslosigkeit und Ausbildungsplatzmisere
Nährböden für neonazistische Propaganda. Die Neonazis versuchen
in der letzten Zeit zunehmend, auf soziale Protestbewegungen Einfluss zu
nehmen. Deswegen müssen die Protestbewegungen gegen Hartz IV und Agenda
2010 mit dem Ziel vergrößert werden, eine Abkehr von der
neoliberalen Kahlschlagspolitik durchzusetzen.
Gehen wir auf die Straße, um Hartz IV und Agenda 2010 zu stoppen.
www.sozialismus-jetzt.de/linx-00-19/antifa_worch.html:
2. Drahtzieher im braunen Netz: Christian Worch
Um deutlich zu machen, mit wem die Neumünsteraner Rechtsradikalen hier
demonstrieren, vom wem sie sich "führen" lassen und nicht
zuletzt wessen "Grundrechte" das Bundesverfassungsgericht hier
schützt, ein paar Worte zu dem Anmelder der Nazidemonstration. Der
Hamburger Christian Worch, der die Nazidemo in Neumünster angemeldet hat,
ist einer der führenden Neonazis Deutschlands. Er ist seit 25 Jahren,
unterbrochen lediglich durch zwei Haftstrafen, in nationalsozialistischen
Gruppen aktiv.
70er und 80er Jahre
Mitte der 70er Jahre begann die "Laufbahn" Christian Worchs in der
"Hansabande" Michael Kühnens. Diese wurde mit einer provokanten
Aktion unter dem Motto "Ich Esel glaube, dass in Deutschland Juden vergast
worden sind" bekannt. Die "Hansa-Bande" verwüstete
jüdische Friedhöfe, schmierte Nazi-Parolen und griff MigrantInnen und
Linke an. In dieser Zeit pflegten Kühnen und Worch gute Kontakte zur
inzwischen verbotenen "Wiking-Jugend". Dass es sich bei dieser
"Bande" keineswegs um eine apolitische Jugendgang handelte, wurde
spätestens 1977 deutlich, als Kühnen die "Aktionsfront
Nationaler Sozialisten" (ANS/NA) gründete. Ein Hauptziel der ANS/NA
war es, die Aufhebung des NSDAP-Verbots durchzusetzen. Nach dem Verbot der
ANS/NA führte Worch die Gruppe unter dem Namen "Die Neue Front"
weiter. 1994 wurde er deswegen zu zwei Jahren ohne Bewährung wegen
"Fortführung einer verbotenen Vereinigung" verurteilt. Schon
Anfang der 80er Jahre hatte Worch eine Zeit im Gefängnis verbracht.
Die nächste Station in Worchs Neonazi-Geschichte - inzwischen war sein
Mentor Michael Kühnen gestorben - war die "Gesinnungsgemeinschaft der
Neuen Front" (GdNF), deren Anführer und geistiger Kopf Worch war.
Gleichzeitig gründete er die "Nationale Liste Hamburg" (NLH). In
dieser Zeit pflegte er gute Kontakte zur inzwischen ebenfalls verbotenen FAP.
Diese Gruppen sind nach dem Konzept Kühnens jeweils als "legale
Partei" konzipiert, "die selber noch nicht nationalsozialistisch
sind, die aber Nationalsozialisten eine politische Plattform bieten und einen
neuen politischen Kurs verfolgen, der dazu führt, die Neugründung der
NSDAP zu ermöglichen" (GdNF-Organ "Die neue Front" Nr. 69,
Januar/Februar 1990). Die GdNF versteht sich als "Keimzelle der neu
aufzubauenden NSDAP" und ist bei fast allen größeren
Nazi-Aktionen und Aufmärschen als organisierende und Bündnisse
schmiedende Kraft beteiligt.
Anti-Antifa
Mit Worch beginnt auch die Anti-Antifa-Kampagne. Er stellte sie in einem
Artikel in der NLH-Zeitschrift "Index" vom August 1992 vor; es ist
die Anleitung, wie Anti-Antifa-Arbeit ungefähr auszusehen hat. Als Ziel
wurde "Feindaufklärung" und "Feindbekämpfung"
benannt. Konkret heißt das, dass sich die Anhänger um Adressen,
Autonummern, persönliche und politische Zusammenhänge und
Arbeitsplätze des politischen "Feindes" kümmern sollen, um
diese an die verschiedenen Zentralen weiterzuleiten. Als Kontaktadresse wird
u.a. die Nationale Liste Hamburg genannt. Die so bekanntgewordenen Adressen
werden dann auch regelmäßig im "Index" in speziellen
Anti-Antifa-Seiten veröffentlicht. Auch sonst ist Worch Anfang der 90er
Jahre als Ideengeber tätig. Die FAZ zitiert einen höheren
Polizeibeamten mit den Worten: "Es waren Äußerungen von Worch,
die den Behörden Anlass gaben, in dem Mordanschlag auf die drei
Türkinnen von Mölln eine 'neue Dimension' zu sehen, weil sich
der Angriff nicht mehr 'nur' gegen Asylbewerber, sondern gegen seit
langem in Deutschland lebende Ausländer gerichtet habe. Es reiche nicht
aus, formulierte Worch im Spätsommer, sich gegen Asylbewerber zu wenden.
Ein 'Ausländer-freies' Deutschland sei das Ziel." (FAZ,
27.11.92).
Die NPD als legale Basis für Neonazi-Aktionen
Nach seiner Haftstrafe in den 90er Jahren nähert sich Worch der NPD an.
Auch eine Vielzahl anderer NS-Aktivisten haben bei der NPD seit einiger Zeit
ihre neue/alte politische Heimat gefunden. Eine große Zahl der bis in die
Mitte der 90er Jahre unter vielfältigen Tarnnamen auftretenden
Stiefelnazis hat sich nach den Verboten ihrer Gruppen in der NPD
zusammengefunden. Anders als nahezu 20 Jahre zuvor wurden sie von der NPD unter
dem mittlerweile inhaftierten ehemaligen Vorsitzenden Günther Deckert mit
offenen Armen empfangen. Unter dem neuen NPD-Chef Udo Voigt zeigt die Partei
zunehmend offener ihre nazistische Orientierung. In einem Strategiepapier
spricht Voigt von einem "Drei-Säulen-Konzept" der NPD:
"Kampf um die Straße - Kampf um die Köpfe - Kampf um die
Parlamente." Bei einer langen Reihe von NPD-Veranstaltungen tritt Worch
als Redner auf.
"Freie Kameradschaften"
Gleichzeitig - die "Nationale Liste" ist inzwischen verboten,
ebenso der "Index" - treibt Worch die Gründung der "Freien
Kameradschaften" voran. Diese fallen besonders bei Nazidemos, z.B. gegen
die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht", auf und setzen die
Tradition der Kühnen- und Worch-Nazigruppen fort. Ein Demobericht:
"An der Spitze des Zuges marschierten AktivistInnen der NPD/JN mit dem
Fronttransparent 'Soldaten des Reichs - Ihre Opfer - unsere
Verpflichtung'. Die zweite Hälfte des Zuges bildeten Mitglieder der
'Kameradschaften' Northeim, Norddeutschland und des Mecklenburger
Sturms unter der Führung von Christian Worch und Thorsten Heise. Die so
genannten 'Freien Kameradschaften' traten uniformiert auf und der Zug
skandierte schon zu Anfang u.a. die Parole 'Ruhm und Ehre der
Waffen-SS' - ohne dass die Polizei einschritt. Neben JN-Fahnen wurden
zahlreiche Reichskriegsflaggen gezeigt."
Die Hetze gegen AntifaschistInnen wird in das Internet verlegt. Der Club 88
in Neumünster bietet diesem Spektrum die Möglichkeit, sich
unbehelligt zu treffen und Pläne zu schmieden. Daneben versuchen die
Neonazis, in Neumünster Fuß zu fassen und sprechen gezielt Skinheads
und Jugendliche an.
Finanzielle Verhältnisse
Worch ist sehr wohlhabend. Bei einer Gerichtsverhandlung kamen Details
über Worchs Hamburger Immobilienbesitz ans Licht. Neben einer Wohnung in
der Barmbeker Dieselstraße (110.000 DM) und einer am feinen Mittelweg
(1,1 Mio. DM) besitzt Worch aus einer Erbschaft ein Grundstück mit
Wohnungen in der Billrothstraße, aus denen er jährlich Einnahmen von
etwa 500.000 DM erzielt. Vermutlich beruht ein nicht geringer Teil von Worchs
Einfluss in der Neonaziszene auf seinen finanziellen Möglichkeiten.
Der folgende Text stammt vom Karlsruher
"Netzwerk, Gegen Rechtsextremismus, für Toleranz und
Menschenwürde", dessen Webseite inzwischen wegen Auflösung des
Netzwerks gelöscht wurde, gespiegelt in
www.juz-mannheim.de/kskarlsruhe.htm
3. Kameradschaft Karlsruhe
Die "Kameradschaft Karlsruhe" ist die älteste Kameradschaft
in Baden-Württemberg. Sie entstand 1993 als Folge der
Organisationsverbote. Seit 1992 wurden 17 rechtsextremistische Organisationen
und Gruppierungen verboten. Darunter befanden sich auch die in
Baden-Württemberg agierenden neonazistischen Vereinigungen
"Nationalistische Front" (NF), "Nationale Offensive" (NO)
und "Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei" (FAP) sowie die nur in
Baden-Württemberg aktive "Heimattreue Vereinigung Deutschlands"
(HVD).
Im Raum Karlsruhe kam es frühzeitig zu einer Umstrukturierung und
Neuformierung der neonazistischen "Szene", die heute in ganz
Deutschland weit fortgeschritten ist. Es entstanden lockere,
organisationsunabhängige Personenzusammenschlüsse, sog.
Kameradschaften, Neonazikreise oder Freundeskreise. Die fehlende
Organisationsstruktur konnte teilweise durch einen autoritären
Führungsstil und insbesondere mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel
kompensiert werden.
In den vergangenen Jahren bestand in der personellen Zusammensetzung eine
starke Fluktuation im Raum Karlsruhe. Während zeitweise bis zu 50 Personen
der "Kameradschaft Karlsruhe" zugerechnet werden konnten, besteht
heute der "harte Kern" aus weit weniger Personen. Ungeachtet dessen
besteht im Großraum Karlsruhe derzeit ein mobilisierbares Potential von
ca. 100 Personen.
Es werden regelmäßig sogenannte Kameradschaftsabende
durchgeführt. Rechtsschulungen und Vortragsveranstaltungen organisiert,
oder man nimmt an überregionalen Aktivitäten teil wie an den
"Rudolf-Heß-Gedenkveranstaltungen", Sonnwendfeiern und
Skinkonzerten. So nahmen auch Angehörige der "Kameradschaft
Karlsruhe" mehrmals an den Demonstrationen gegen die Ausstellung
"Vernichtungskrieg - Verbrechen der Wehrmacht 1941 - 1944" in
verschiedenen Städten Deutschlands teil. Ebenso beteiligten sie sich an
einer "Pilgerfahrt" zum Obersalzberg (Führerhauptquartier), die
von der bayerischen Polizei unterbunden wurde. Mit im Bus befand sich ein
führender Funktionär der inzwischen verbotenen FAP.
Unter maßgeblicher Beteiligung der "Kameradschaft
Karlsruhe". plante die neonazistische "Szene" einen sogenannten
"Bismarck-Marsch" am 4. Juli 1998 in der Heidelberger Innenstadt.
Unter dem Motto "Ehre dem Reichskanzler und Reichsgründer Otto von
Bismarck" stellte die neonazistische "Szene" die Person des
Reichsgründers in den Vordergrund. Die Demonstration wurde verboten. In
der Vergangenheit organisierte die "Kameradschaft Karlsruhe"
regelmäßig Vortragsveranstaltungen, an denen führende
Funktionäre inzwischen verbotener Organisationen referierten. Unter
anderem konnten dafür die bundesweit bekannten Rechtsextremisten Manfred
ROEDER, Friedhelm BUSSE, Christian WORCH, Peter NAUMANN und Horst MAHLER
gewonnen werden. Teilweise fanden die Veranstaltungen auch in Rheinland Pfalz
statt.
Angehörige der "Kameradschaft Karlsruhe" verbreiten auch
unregelmäßig die Broschüre "Rote Socke", die ohne
eigene Kommentierung Ausschnitte aus Publikationen des politischen Gegners
über die "rechte Szene" reproduziert. Als Herausgeber fungiert
ein "AK Befreiung" mit Postfach in Karlsruhe. Unter demselben
Postfach, jedoch unter der Bezeichnung "Nationaler Widerstand",
wurden verschiedene Aufkleber, darunter auch die Aufkleber, Plakate und CDs zum
"Rudolf-Heß-Todestag", verbreitet. Des weiteren wird unter der
Verantwortung der Kameradschaft das "Nationale Info-Telefon" (NIT) -
Karlsruhe betrieben
4. Über die drei Nazi-"Märtyrer"
Die drei in der Ankündigung genannten Personen werden von den Neonazis
als Märtyrer ihrer nationalen Gesinnung gefeiert, so wie die NSDAP ihre
"Märtyrer" feierte, um die politische Achse nach Rechts zu
verschieben. Den holländischen Rechtspopulisten ist das 2002 in hohem
Masse gelungen. Die Neonazis wollen damit auch von den über 100
neonazistisch und rassistisch motivierten Morden im letzten Jahrzehnt ablenken.
Wer sind die drei Personen?
Daniel Wretström – ein 17-jähriger schwedische
Neonazi. Er wurde im Dezember 2000 bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit
Ausländern in der schwedischen Stadt Salem getötet und gilt seitdem
als Symbolfigur der europäischen Neonaziszene. In Salem werden
jährliche Neonazi-Aufmärsche organisiert, an denen auch deutsche
Neonazis beteiligt sind.
Sandro Weilkes – ein deutscher Neonazi. Er wurde im Mai 1995 in
Neuhaus am Rennweg in Thüringen nach einer Auseinandersetzung zwischen
linken und rechten Jugendlichen aus Notwehr erstochen. Neonazis, darunter die
NPD/JN rufen seitdem regelmäßig zu "Trauermärschen"
in Neuhaus auf.
Pim Fortyn – ein niederländischer Rechtspopulist und
rassistischer Demagoge. Er wurde von einem radikalen Tierschützer kurz vor
der Wahl im Mai 2002 erschossen. Fortyn wetterte systematisch gegen den Islam
als "Primitiv-Kultur", forderte einen totalen Ausländerstopp und
wollte den "Anti-Diskriminierungs-Paragraphen" aus der
niederländischen Verfassung streichen. Die Neonazis versuchen, ihn als
großen politischen Staatsmann und Märtyrer darzustellen, der einem
verabscheuungswürdigen politischen Attentat zu Opfer gefallen ist.
MDR, 2. Oktober 2005,
www.mdr.de/nachrichten/sachsen/2189207.html:
Bürgerprotest
5. Leipziger zwingen Neonazis zur Umkehr
Eine Neonazi-Demonstration in Leipzig ist am friedlichen Widerstand von
Gegendemonstranten gescheitert. Wie die Polizei mitteilte, endete der Marsch
von knapp 200 Rechtsradikalen nur etwa 570 Meter nach dem Start am
Hauptbahnhof. Teilweise hätten bis zu 1.500 Menschen gegen den Aufmarsch
protestiert, hunderte davon setzten sich den Neonazis in einer Sitzblockade in
den Weg. Die Polizei löste die Blockade nicht auf.
Neonazis und Gegner standen einander stundenlang im strömenden Regen
gegenüber. Ein Polizeisprecher sprach von einem "ganz
friedlichen" Verlauf. Etwa 30 Personen beider Lager seien entweder in
Gewahrsam oder festgenommen worden. Zirka 2.100 Beamte von Polizei und
Bundespolizei aus sechs Bundesländern waren vor Ort.
"Mit weißer Rose gegen braune Gewalt"
Rund 400 Menschen waren am Mittag dem Aufruf "Mit weißer Rose
gegen braune Gewalt" gefolgt. Auf einer Kundgebung am Bayrischen Bahnhof
forderte Leipzigs Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee zur ständigen
Auseinandersetzung mit rechtsextremem Gedankengut auf. Tiefensee sagte, hinter
jedem Neonazi stecke ein Mensch: "Glauben wir nicht, dass wir sie nicht
zurückgewinnen könnten."
Der SPD-Politiker zeigte sich in seiner Rede zufrieden, "dass auf den
Straßen der friedlichen Revolution keine Stiefel von Neonazis
laufen". Unter Verweis auf das Gerichtsurteil zur Wegroute der Neonazis
sagte Tiefensee, nun sei wohl auch in Bautzen angekommen, dass die
Sicherheitslage genauso wichtig sei wie die Demonstrationsfreiheit.
Der Hamburger Veranstalter Christian Worch, ein führender Aktivist der
rechtsextremen Szene, wollte ursprünglich in Richtung des
linksalternativen Stadtteils Connewitz ziehen. Die Stadt bestand jedoch auf
einem weiträumigen Umweg, um die Neonazis aus Sicherheitsgründen
nicht durch die Innenstadt und die als Kultur-Meile bekannte
Karl-Liebknecht-Straße laufen zu lassen. In letzter Instanz wies das
sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Bautzen die Einsprüche von
Worch zurück und bestätigte die Auflagen der Stadt.
6. Worch bereitet neue Nazi-Aufmärsche Ende Januar vor
Quelle: ge"hackte" Dateien aus der Nazi-Webseite
"freier-widerstand":
www.ulm.antifa.net/ltbr/uploads/php_bb_dumpfw_public_.zip
(Achtung: ZIP-Datei mit 39 MB!)
Absender: Ohmanwasfuereinname
Empfänger: Resistenza
Datum: 14.09.2005
Subject: Demo
hallo dieter & daniel,
habe ich gerade bekommen - könnt euch ja mal zusammenschließen und
das weitere vorgehen besprechen. ich persönlich halte hildesheim für
geographisch besser, weil es den kräften bis hessen, mitteldeutschland und
hoch in den norden ein begriff ist. so sollte man diese veranstaltung aber zu
einer art pflichtveranstaltung machen, dann würde man auch locker 200, 300
personen zusammenbekommen (mit den führungskräften auseinandersetzen,
werbeaktionen ob innerhalb der bewegung und öffentliche publicity
schaffen).
naja, ihr macht das schon. ;)
-------
ende januar werden 4 demos an einem tag stattfinden.
[b]motto:[/b]
:: gegen staatliche repressionen
:: weg mit paragraph 130 stgb
[b]orte:[/b]
1: berlin (ostdeutschland)
2: dortmund (westdeutschland)
3: karlsruhe (süddeutschland)
4: norddeutschland [celle oder hildesheim]
[b]material:[/b]
500€ - 1500 din a1 plakate (vollfarb/hochglanz)
700€ - 50.000 flugblätter din a4, beidseitig bedruckt, zweifarbig
[b]infoseite:[/b]
[url=http://kampagne.freier-widerstand.net] http://kampagne.freier-widerstand.net[/url]
[b]unterstützung:[/b]
die kampagne sollte bundesweit durchgeführt werden. gestartet werden kann
sobald alle demos angemeldet sind und das material da ist. verschiedene
transpivorlagen werden zur verfügung gestellt. eigene sind natürlich
auch super. in den monaten vorher sollten viele soliaktionen gemacht werden
(wie duisburg > parkhaus + transpi). wegen den kosten müssen wir
später schauen. wäre gut, wenn schonmal geplant werden könnte
wieviel jede gruppe abnehmen kann. wer vorschläge für
plakate/flugblätter hat immer her! das datum soll sich auf den 28.01.2005
belaufen - rest ist halt sache der anmelder (strecke, ablauf etc)
--------------------------------------------------
Absender: Freiheit
Empfänger: Worch
Datum: 12.09.2005
Subject: AW: AW: Mail usw
geringere teilnehmerzahlen müsste man hinnehmen. wäre super, wenn
du wegen celle/hildesheim schauen könntest, wobei celle besser (weil
nördlicher) wäre. beginn der kampagne wäre, sobald alle demos
angemeldet wurden. sollte also so schnell es geht gemacht werden.
seite wird unter [url]http://kampagne.freier-widerstand.net[/url] abrufbar
sein.
wegen dem material melde ich mich noch mal bei dir, ist so definitiv billiger
als bei mir.
ich werde noch mal ausführlich auf deine mail antworten, stehe nur leider
wieder unter stress.
beste grüße
-----ursprüngliche nachricht-----
Absender: Freiheit
Empfänger: Worch
Datum: 12.09.2005
Subject: AW: AW: Mail usw
nochmal kurz zwischendurch. ich habe gerade mit einigen leuten geredet und
die meinten hildesheim wäre besser, da dort mehr leute mobilisierbar
wären.
wäre gut, wenn du das nochmal bewerten könntest und anhand der
regionalen gegebenheiten entscheiden könntest.
-----ursprüngliche nachricht-----
von: worch
gesendet: 12.09.2005, 08:00
an: freiheit
betreff: aw: mail usw
lieber kamerad,
terminlich wär der 28. januar okay.
vom konzept her muß ich allerdings folgendes sagen: ich glaube schon,
daß ni dortmund 300 mann zusammenkommen. berlin ist möglich,
wenngleich nicht so sicher. süddeutschland halte ich für eher
unwahrscheinlich. und was den norden betrifft, ich kriege sie nicht zusammen.
wir haben hier zur zeit nix. schleswig-holstein ist weitgehendst tot, hamburg
hat zwei harte kerne von aktivisten, wobei ich mit dem einen kann und dem
anderen nicht (den leuten um das aktionsbüro; aber die sind weniger als
ein dutzend), und auch in niedersachen und berlin ist zur zeit nicht viel. was
mobilisierungsfähig ist, ist der westliche teil von
mecklenburg-vorpommern, vor allem rostock und umgebung. aber das sind leute,
die sehr viel arbeit vor ort machen (auch gute arbeit, nebenbei), die vor ort
selbst mobilisierungsfähig sind (so sehr, daß sie für rein
regionale veranstaltungen hundert leute auf die straße kriegen) und die
wegen ihrer eigenen vor-ort-mobilisierungsfähigkeit eher weniger neigung
haben zum demonstrieren woanders hinzufahren. die letzten aktionen vor ort
fanden mit gerade mal 150 leuten statt (wie beispielsweise die
anti-kinderschänder-demo anfang juli). auch am 20. august war die rein
norddeutsche resonanz auf die dänemark-demonstration eher gering. (wobei
bei einigen leuten eine rolle gespielt haben mag, daß sie sich der
rechtlichen situation in dänemark nicht sicher waren. anderes land, andere
sitten. das mag dabei auch reinspielen. – aber die 90 mann in kolding
waren gerade mal zu etwas mehr als die hälfte deutsche; dänen und
schweden und ein auto mit norwegern hatten daran auch ihren anteil.)
meine einschätzung wäre eher:
dortmund 300, süddeutschland 200, berlin auch 200, norddeutschland 100
oder ein wenig drüber; also eher insgesamt 800 statt der von dir
angepeilten 1.200.
unter den umständen mache ich nicht so gern was in hamburg. macht sich die
antifa eher lustig drüber. – ein kleinerer ort in norddeutschland
ginge eher. da wirkt es halt anders, wenn nur 100 oder knapp über 100
leute kommen. daniel wollte sowieso gern mal was in celle machen – das
wäre eine gelegenheit. oder ich sprech' mal mit den hildesheimern
(das sind die jungs, die die "bürgerinitiative für
zivilcourage" machen). die sind zwar nicht mehr als ein halbes dutzend,
aber recht fleißig. in hildesheim hatten wir auch schon ewig lang keine
demonstration mehr, und da die ihre stadt mit den flugblättern der
bürgerinitiative flächendeckend versorgen, wäre auch mal ganz
interessant zu sehen, wie dann die resonanz auf eine demonstration ist.
allerdings ist hildesheim schon wieder ein bißchen weit im süden,
wenn man es von hamburg aus sieht. da wäre celle vielleicht besser.
material:
klar, wir könnten uns beispielsweise auch mal angewöhnen, vor einer
demonstration stellschilder zu stellen. nach dem wahlkampf werden einige
übrig bleiben. sprich die rückläufer, die die npd
üblicherweise nicht einsammelt. (ich habe in hamburg mal monate nach dem
dortigen bürgerschaftswahlkampf der npd im jahre 1997 weit über 100
stellschilder eingesammelt, die noch irgendwo herumstanden oder –
richtiger – lagen.... war nicht alles npd, auch andere parteien. die
haben nach dem wahltermin eine woche oder allenfalls anderthalb wochen, um
ihren kram abzumontieren; was danach noch steht, ist juristisch gesehen
"herrenloses gut" und kann einkassiert werden. wobei die parteien
sogar ncoh dankbar sein müßten, wenn so was nach ablauf der frist
eingesammelt wird, weil es sonst das zuständige örtliche amt macht
und dafür eine rechnung schreiben darf. die sich sogar gewaschen hat, wie
ich aus zeitden der "nationalen liste" weiß, wo uns zwei
ortsämter rechnungen für die entfernung regelwidrig angebrachter
stellschilder geschrieben haben. wir haben sie zwar nicht bezahlt, und weil die
"nl" dann verboten wurde, war's letztlich auch egal; aber wenn
wir nicht verboten worden wären, hätte uns das einige hundert mark
für fünfzig oder sechzig stellschilder gekostet.....) – da es
sich auf eine konkrete aktion bezieht, wäre das zulässig; man
muß nur eine sondernutzungsgenehmigung haben. von "wildem
plakatieren" halte ich weniger; die gesetzlichen bestimmungen sind
schärfer geworden, und das kann ziemlich teuer werden. –
flugblätter längs einer demo-route sind auch eine gute idee; sei es
vor der aktion oder noch mal danach, um den anwohnern zu vermitteln, warum ihre
straßen dicht waren und wasserwerfer vor ihrem wohnzimmerfenster geparkt
haben. finanzierung ist allerdings, wie immer, das problem. nehmen wir mal an,
wir würden – einheitlich für alle aktionen – 50.000
flugblätter im format a 4 (zweifarbig und beidseitig bedruckt) machen
lassen; kostet ca. 700 euro. 1.500 plakat a 1 (also das format für die
pappen, ca. 90 x 60 cm) im vollfarbdruck würden ca. 480 euro kosten. das
sind so die preis-mengen-relationen, die ich dir aus dem kopf sagen kann.
andere mengen könnte ich ausrechnen lassen. aber so in der relation etwa
müßte es sich halten. (plakate brauchen wir vielleicht eher nur
1.000 statt 1.500; aber der preisvorteil bei 500 plakaten weniger ist gering.)
also rund gerechnet tausend euro. muß man auch erst mal haben
beziehungsweise auftreiben.
die intensität der bewerbung (szenisch, in den eigenen kreisen) spielt
nach meinen erfahrungen im moment keine große rolle für eine
mobilisierung. außer natürlich, wenn du jetzt einen riesenaufwand
treiben kannst, wenn du allein für die szenische bewerbung ein paar
tausend flugblätter machst und wenn alle möglichen versände die
für dich mit verschicken und du sie auf einem dutzend demos verteilen
läßt. aber bei kleineren aktionen, vor allem, wenn sie regional
aufgesplittet sind, sieht es meiner meinung nach eher so aus, es gibt einen
harten kern, der immer kommt, und es gibt ein relativ weites umfeld, das vor
allem kommt, wenn es meint, daß es spaß macht und eine geile aktion
wird. und wenn hinreichend lange vorher und nachher wenig war. (übrigens,
28. januar ist insofern natürlich ungünstig, weil ca. zwei wochen
später dresden ist. und nachdem dieses jahr 5000 leute in dresden waren,
wird jeder davon ausgehen, daß auch dresden 2006 groß wird, selbst
wenn es kein "runder" jahrestag ist. zumal ich annehme, daß die
npd sich wieder da mit reinstecken wird,
"schirmherrschaftsmäßig" wie letztes jahr, und die npd hat
eben die möglichkeit der bewerbung auf breitester ebene.)
prinzipiell gefällt mir die idee, aber ganz so einfach, wie du vielleicht
meinst, ist es wohl nicht.
dennis bekommt per mail eine kopie.
mit besten grüßen
-----ursprüngliche nachricht-----
von: freiheit
gesendet: 12.09.2005, 00:31
an: worch
betreff: mail usw
so, da bin ich wieder.
als erstes möchte ich mich für deine erneute unterstützung
bedanken! durch den neuen 130er und die unsichere rechtslage haben wir uns
entschieden das forum umzustellen. leider ist das so wie wir es wollen nicht
möglich und wir müssen eine kommerzielle boardsoftware holen. 160
zusatzkosten + einmalige kosten usw. kurz nachdem wir die serverkosten bezahlen
mussten.
alles etwas schwieriger. hoffe, wir bekommen jetzt alles die tage so hin wie
wir wollen. wenn alles super läuft ist das forum bis freitag schon wieder
einsatzbereit.
zur demo, geplant sind zur zeit demonstrationen in berlin, dortmund, karlsruhe
(inkl. münchen) und wenn möglich halt hamburg. als datum wurde
erstmal der 28. januar genommen.
thema: gegen staatliche repressionen – gegen den paragraphen 130 stgb
untertehmen: landserurteil – wunsiedelverbot – axels verhandlung
– generelle situation
gemacht werden solls wie ne kampagne mit regionalen aktionen im vorfeld,
plakate, flugblätter usw. mobilisierungsaktionen im vorfeld
(transpiaktionen usw.). beim antikriegstag hatten wir das problem, dass viele
hess-aktionen gemacht haben und wir erst zwei wochen vorher richtig starten
konnten und dass z.b. in berlin zwei wochen vorher ne große demo war und
die wenigsten lust hatten zweimal zu kommen.
schön wäre jedenfalls, wenn es noch eine demo in norddeutschland
geben könnte (wo würde dir überlassen bleiben). es kommt
natürlich hin, dass 4 demos an einem tag die kräfte
"spaltet", aber es würden sowieso nur wenige zu einer
bundesweiten demo kommen, da den meisten das thema egal ist. wenn im vorfeld
aber richtig mobilisiert wird, denke ich dass wir zu jeder demo 300 leute
kriegen können, was insgesamt bedeutet, dass 1200 leute (im idealfall) auf
die straße gehen.
bis jetzt stehen eigentlich schon dortmund, berlin und karlsruhe fest. demos
sollten in den nächsten tagen angemeldet werden. kritik ist also noch
erwünscht.
wie immer mit besten grüßen
|
6.10.2005
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