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Friedenbündnis Karlsruhe
6. August 1945 - 6. August 2005
Hiroshima und Nagasaki mahnen:
Atomwaffen abschaffen
- bevor sie uns abschaffen!
6. August 1945
Eine einzige Bombe nur fiel aus dem Schacht eines US-Bombers. Sie
verwandelte die Stadt in ein Inferno. Im Zentrum stand kein einziges
Gebäude mehr, ein Feuersturm raste durch die Trümmer. Zehntausende
waren sofort tot, weitere starben in den nächsten Tagen, Wochen und
Monaten an ihren Verletzungen - insgesamt 140.000 Menschen bis zum Ende des
Jahres 1945.
Drei Tage später wurde eine zweite Stadt in der gleichen Weise
vernichtet - noch einmal 70.000 Menschen fanden den Tod.
60 Jahre nach Hiroshima:
Atomwaffen endlich abschaffen!
60 Jahre nach der Vernichtung von Hiroshima und Nagasaki durch
Atombombeneinsätze der USA ist die Gefahr eines atomaren Infernos nicht
gebannt. Im Gegenteil: vieles deutet darauf hin, dass bereits ein neues
Atomwaffenzeitalter begonnen hat.
Die US-Streitkräfte arbeiten an der Entwicklung neuer Atomwaffen. Ende
2003 hat der Kongress Gelder zur Entwicklung sog. "Mini-Nukes",
für "Bunkerknacker", zum Bau einer Produktionsanlage für
Plutoniumkerne und für Vorbereitungsarbeiten auf dem Atomtestgelände
in Nevada bewilligt. Neue Raketen und Weltraumbomber sollen den Transport von
Sprengköpfen an jeden Ort der Erde sicherstellen. Der
völkerrechtswidrige Krieg gegen den Irak sendet ein verheerendes Signal in
die Welt: Weitere Länder werden versuchen, sich Massenvernichtungswaffen
zu verschaffen mit der Begründung, sich vor Überfällen der
US-Militärs zu schützen.
Im Juni 2005 scheiterte die Überprüfungskonferenz des
Atomwaffensperrvertrages vor allem an der Haltung der US-Regierung, die sich zu
keinerlei Abrüstungsschritten bereit erklären wollte.
Auch die NATO behält sich den Ersteinsatz von Atomwaffen vor. Unter dem
Vorwand des "Krieges gegen den Terror" wird der Angriff auf
missliebige Regime zur "präventiven Selbstverteidigung"
uminterpretiert. Vermutete Massenvernichtungswaffen könnten den Vorwand
für einen atomaren Erstschlag liefern. Die Europäische Union hat in
ihrer Sicherheitsstrategie vom Dezember 2003 keinen Verzicht auf Atomwaffen
erklärt.
Frankreich hat beim europäischen Rüstungsriesen EADS eine neue
Trägerrakete (M51) für Atomwaffen in Auftrag gegeben, die von
U-Booten abgefeuert, eine Reichweite von 7.000 km hat. Auch Frankreich sieht
Atomwaffen inzwischen als legitime Waffen zur Durchsetzung und Wahrung eigener
politischer Interessen.
Im Krieg gegen den Irak hat der britische Verteidigungsminister gedroht,
notfalls auch Atomwaffen einzusetzen. Großbritannien will eine Anlage zur
Entwicklung neuer Atomwaffen bauen.
Indien und Pakistan rüsten weiter mit Atomwaffen auf und drohen
gegenseitig mit ihrem Einsatz.
Israel hat seine Atomwaffen nie offiziell bestätigt, besitzt aber
75-200 einsatzbereite Atomsprengköpfe und zahlreiche Trägersysteme.
U-Boote, die mit Atomwaffen ausgerüstet werden können, wurden aus
Deutschland an die israelischen Militärs geliefert.
In Japan wird darüber diskutiert, die bisherige Politik des
Nichtbesitzes von Atomwaffen aufzugeben. Nach der Aufkündigung des
ABM-Vertrages durch die US-Regierung wird damit gerechnet, dass China
sein atomares Zweitschlagpotential ausbauen wird. Russland hat den Bau neuer
Atomraketen angekündigt.
In dieser Lage muss der Kampf für eine atomwaffenfreie Welt dringend
verstärkt werden. Fangen wir bei uns damit an!
- In Büchel und Ramstein lagern noch immer US-Atombomben, die im
"Ernstfall" von Bundeswehr-Tornados ins Zielgebiet getragen
werden.
- Die Bundeswehr trainiert regelmäßig den Einsatz dieser
Atomwaffen, obwohl Deutschland den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet
hat.
- Die NATO behält sich den Ersteinsatz von Atomwaffen vor, obwohl der
Internationale Gerichtshof in Den Haag schon vor Jahren bereits die Drohung mit
einem solchen Einsatz als völkerrechtswidrig gebrandmarkt hat. Die
Bundesregierung trägt diese Politik mit.
- Die Bundesrepublik Deutschland hält sich weiterhin die
Möglichkeit einer Teilhabe an europäischen Atomwaffen offen und hat
den Atomwaffensperrvertrag nur unter diesem Vorbehalt unterzeichnet.
Dagegen fordern wir:
- den Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland;
- die Beendigung der "atomaren Teilhabe" der Bundeswehr;
- ein klares Nein zum Ersteinsatz von Atomwaffen und zu neuen US- und
NATO-Atomkriegsplanungen;
- einen vollständigen und immerwährenden Verzicht Deutschlands auf
Atomwaffen, auch unter europäischen Vorzeichen.
Weitere Infos unter:
www.atomwaffenfrei.de
"mayors for peace"
Im Juni 2005 forderte eine Mehrheit des Karlsruher Gemeinderates den
Oberbürgermeister auf, sich der internationalen Kampagne
"Bürgermeister für den Frieden" (mayors for peace)
anzuschließen, die sich für die Abschaffung aller Atomwaffen
ausspricht.
Diese Aktion, die von den Bürgermeistern Hiroshimas und Nagasakis
gestartet wurde, hat inzwischen die Unterstützung von 1036 Städten in
112 Ländern. Unter den 240 Städten aus Deutschland, die der Kampagne
beigetreten sind, befinden sich u.a. Stuttgart, Pforzheim, Mannheim, Offenburg
und Freiburg.
Die bisher ablehnende Haltung des Karlsruher Oberbürgermeisters ist
völlig unverständlich. Mit einer Unterschriftensammlung setzt
das Karlsruher Friedensbündnis sich dafür ein, dass auch Karlsruhe
sich dieser wichtigen Aktion anschließt.
Arno Neuber
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