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"Der 1. Mai verkündet die Losung des achtstündigen
Arbeitstages. Aber auch nach der Erlangung dieses Zieles wird die Maifeier
nicht aufgegeben. Solange der Kampf der Arbeiter gegen die Bourgeoisie und
die Regierung währen wird, solange noch nicht alle Forderungen
erfüllt sein werden, wird die Maifeier der alljährliche Ausdruck
dieser Forderungen sein."
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Rosa Luxemburg |
1889 hatte in Paris die Sozialistische Internationale den 1. Mai als Kampf-
und Feiertag weltweit festgelegt. Vorausgegangen war ein Generalstreik von bis
zu 350.000 Arbeitern in den USA für den 8-Stunden-Arbeitstag und ein
Massaker der Polizei unter den Arbeitern auf dem Chicagoer Hay Market. Die
Forderung nach dem 8-Stunden-Tag wurde zur weltweiten Losung gegen
kapitalistischen Ausbeutung und Unterdrückung.
Über hundert Jahre später reden in Deutschland die Verbände
der Wirtschaft, die SPD-Grüne Regierung,
Wirtschafts"wissenschaftler" und Medien der Konkurrenz aller gegen
alle das Wort. Als so genannte Reform soll die Erhöhung der Profitrate
unter dem Namen Standortsicherung oder "Pakt für Deutschland"
durch die Zerstörung der erkämpften Lohnstandards und
Sozialversicherungssysteme sowie Steuersenkungen für Millionäre und
Großkonzerne durchgesetzt werden - angeblich zur Bekämpfung der
Arbeitslosigkeit. Gegen Massenarbeitslosigkeit helfen jedoch keine Rezepte aus
der Mottenkiste des Frühkapitalismus des 19.Jahrhundert, sondern nur eine
gleichmäßige Verteilung der gesellschaftlich notwendigen Erwerbs-
und Reproduktionsarbeit auf alle Männer und Frauen. Der Kapitalismus in
der "neoliberalen" Ausprägung ist nicht neu und modern - er ist
der Alte geblieben, der alles und jede/n in der Gesellschaft zur Ware macht, um
daraus Profit zu schlagen.
"Demokratie" und "Freiheit" sind nur noch Phrase;
täglich wird versucht, die demokratischen Errungenschaften der
bürgerlichen Revolutionen einzuschränken.
Kriege werden wieder "normales" Mittel der Politik - ob im Namen
von "Menschenrechten" oder gegen "Terror" oder zur Sicherung
der Märkte. Während der imperialistische Krieg gegen die
Bevölkerung im Irak noch andauert, werden bereits die nächsten Kriege
geplant: Iran, Nord-Korea, Syrien, Venezuela, Kuba ... - auf Konferenzen wie der
jährlichen NATO-Sicherheitskonferenz in München.
Wenn die Herrschenden vom Frieden reden, steht der nächste Krieg vor
der Tür.
Immer deutlicher wird die Notwendigkeit internationaler
Solidarität:
- Die Absenkung sozialer Standards in einem Land wird umgehend in anderen
Ländern nachvollzogen zu einer immer schnelleren Abwärtsspirale.
- Jeder Sieg gegen Zumutungen des Kapitals irgendwo auf der Welt, jede
erreichte Verbesserung hier oder anderswo stärkt die Stellung der
Unterdrückten und Ausgebeuteten weltweit.
- Die reichen Metropolen schotten sich durch Mauern und Internierungslager
vor den Menschen ab, die der weltweite Imperialismus täglich zu Tausenden
zur Flucht zwingt - vor Hunger, Unterdrückung, Krieg und
fundamentalistischer Missachtung elementarster Frauenrechte.
Die Gewerkschaften stecken in einer tiefen und existenziellen Krise.
Jahrzehnte scheinbar ruhiger kapitalistischer Entwicklung haben ihre
Führungen und auch große Teile der Mitgliedschaft von einer
Kampforganisation zum Co-Management entpolitisiert. Die gegenwärtigen
kapitalistischen Angriffe zeigen jedoch deutlich, dass
"Sozial"partnerschaft eine Illusion ist. Die alte Sozialdemokratie
und damit einige ihrer Vertreter in den Gewerkschaftsspitzen setzen heute
neoliberale Politik um. Nach einem Beginn der Gegenwehr gegen die Agenda 2010
im letzten Jahr im April mit bundesweite 500.000 Demonstrierenden hat ein
Großteil in den Gewerkschaftsführungen ihren Widerstand offiziell
eingestellt. Gewerkschaften müssen wieder zur Gegenmacht werden oder sie
werden bedeutungslos.
Täglich verkünden uns die neoliberalen Propheten in den Medien:
"Es gibt keine Alternative".
Doch es gibt Alternativen zur weltweiten Barbarei der Verarmung, Krieg,
Rassismus und Zerstörung der Erde:
Sozial is' muss!