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Do | 8.12.2005 | 1930 | Gaststätte "Winzerhaus"
Nowackanlage 1, (Ecke Baumeisterstraße), Karlsruhe

50 Jahre "Rechts-um"

Bundeswehr und Neofaschismus:
Eine endlose Skandalgeschichte.


Vortrags- und Diskussionsveranstaltung
mit Lorenz Knorr.



Lorenz Knorr

Lorenz Knorr (84) war seit seiner Jugend in der Arbeiterbewegung tätig. Im Faschismus leistete er aktiv Widerstand und wurde dafür von einem Kriegsgericht verurteilt.

Nach der Befreiung von Faschismus und Krieg wird er Landes-, dann Bundessekretär der Sozialistischen Jugend - Die Falken.

Er engagiert sich gegen die Remilitarisierung Deutschlands, wirkt in der "Ohne-uns"-Bewegung, der Paulskirchen-Bewegung gegen den NATO-Beitritt der BRD und der Kampagne "Kampf dem Atomtod" mit. In der Ostermarschbewegung ist er von Anfang an dabei.

Mitbegründer der Deutschen Friedensunion (DFU) und ihr Direktoriumsmitglied bis 1985. Leiter des Projektes Frieden und Abrüstung der Uni Oldenburg von 1978 bis 1980. Langjähriger Vizepräsident des Internationalen Verbindungsforums der Friedenskräfte. Bundessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten bis 1994.

Lorenz Knorr hat zahllose Artikel, Broschüren und Bücher zu antifaschistischen und antimilitaristischen Fragen im In- und Ausland publiziert, beispielweise

  • Geschichte der Friedensbewegung in der Bundesrepublik (1983)
  • Rechtsextremismus in der Bundeswehr. Deutsches Militär - von Massenmördern geprägt? (1998)
  • Alte und neue Kriege. Wo bleibt der gerechte Frieden? (2001)

In diesem Jahr feiert die Bundeswehr mit Pomp und Zapfenstreich ihr 50jähriges Bestehen.

Ihre Gründungsväter kamen aus der Nazi-Wehrmacht, waren mit Angriffskrieg und Völkermord bestens vertraut und eben deshalb für die US-Führung als Hilfstruppen im Kampf gegen den Kommunismus willkommen.

Bereits 1946 ließ sich US-Außenminister J. F. Dulles in der "New York Herald Tribune" mit der Äußerung zitieren, Deutschland sei "neben der Atombombe die größte politische Macht", die man gegen die Sowjetunion in Stellung bringen könne.

Um diese "Geheimwaffe" scharf zu machen, stellte der US-Generalstab mehr als 200 Spitzenmilitärs der Nazi-Wehrmacht von Strafverfolgungen frei. Im Gegenzug mussten diese "Experten" ihre mörderischen Erfahrungen mit den Ostfeldzügen der deutschen Wehrmacht zu Papier bringen und den US-Militärs zur Verfügung stehen. Spionagegeneral Reinhard Gehlen wurde in US-Dienste übernommen und lieferte mit seinen "Bedrohungsanalysen" die Begründungen für den aggressiven antisowjetischen Kurs der US-Führung.

Auf Seiten deutscher Militärs begannen die Planungen für die Wiederbelebung des Militarismus und eine militärische Revanche gegen die Sowjetunion unmittelbar nach der totalen Niederlage im Mai 1945.

Auch für Bundeskanzler Adenauer waren die bluttriefenden Generale die richtigen Männer, um seine Vision von einem starken (West-)Deutschland voranzutreiben.

Für ihre Dienste verlangten die Herren Generale einen Persilschein, der prompt geliefert wurde. Am 3.12.1953 hielt Adenauer im Bundestag eine Rede, in der es hieß: "Wir sind überzeugt, dass der gute Ruf und die Leistung des deutschen Soldaten, trotz aller Schmähungen während der vergangenen Jahre, in unserem Volk noch lebendig sind und auch bleiben werden."


Hier liegt der Ausgangspunkt für die reaktionären und neofaschistischen Umtriebe in der Bundeswehr, die in 50 Jahren nie aufgehört haben und in letzter Zeit - unter den Bedingungen einer weltweit operierenden "Einsatzarmee" - wieder virulent geworden sind.


28.11.2005
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