|
Do | 26.1.2006 | 2000 | DGB-Haus Karlsruhe
Ettlinger Str. 3 a, Kleiner Saal, 2. OG.
Der Nürnberger Prozess - Recht oder Rache?
Kurt Pätzold
geb. 1930 in Breslau, studierte Geschichte, Philosophie und politische
Ökonomie in Jena, 1963 Promotion, 1973 Habilitation an der
Humboldt-Universität in Berlin über Antisemitismus und
Judenverfolgung 1933 bis 1935, einer Studie zur politischen Strategie und
Taktik der Faschisten.
In Berlin war er bis zu seiner Abwicklung 1992 Inhaber des Lehrstuhls
für deutsche Geschichte, wurde entlassen, weil er nicht gewendet genug
war und politisch nicht passte, während der ehemalige
SS-Sturmbannführer Professor Dr. Wilhelm Krelle zum ersten Ehrendoktor
der eroberten Humboldt-Universität gekürt wurde.
Schwerpunkte seiner Forschungen sind die Geschichte des Faschismus, die
Geschichte des Antisemitismus und der Judenverfolgung.
Publikationen:
"Geschichte der NSDAP", "Adolf Hitler. Eine politische
Biographie", "Rudolf Heß. Der Mann an Hitlers Seite",
"Schlagwörter und Schlachtrufe", (jeweils gemeinsam mit M.
Weißbecker), u.v.a.
Vortrags- und Diskussionsveranstaltung
mit Prof. Dr. Kurt Pätzold
(Berlin)
Donnerstag, 26.1.2006
2000 Uhr
DGB-Haus Karlsruhe
Ettlinger Str. 3 a,
Kleiner Saal, 2. OG.
Am 20. November 2005 waren auf den Tag genau sechzig Jahren vergangen, seit
in Nürnberg der Prozess gegen die so genannten deutschen
Hauptkriegsverbrecher begann. Er umfasste schließlich 218
Verhandlungstage und endete am 30. September/1. Oktober 1946 mit der
Urteilsverkündung.
Bis heute wird auf das Ereignis und seine Rechtsgrundlagen bejahend und
ablehnend vielfach Bezug genommen. Das Gerichtsverfahren, das auch als
"Jahrhundertprozess" bezeichnet wurde, ist in die Geschichte der
juristischen, politischen und historischen Auseinandersetzung mit Faschismus
und Krieg eingegangen.
Nicht nur Nazis suchen es als "Siegerjustiz" oder als einen
Racheakt der Alliierten abzutun und zu suggerieren, es sei gegen das deutsche
Volk gerichtet gewesen.
Über die Leistungen der Ankläger, die Verdienste der Zeugen der
Anklage, aber auch über die Strategie und Taktik der Angeklagten und ihrer
Verteidiger, über das unmittelbare und das spätere Echo des Prozesses
in Deutschland wollen wir mit dem Berliner Historiker Kurt Pätzold
diskutieren, der den Abend mit einem Vortrag einleitet.
Zu seinen Veröffentlichungen (gemeinsam mit Manfred Weißbecker)
gehört Stufen zum Galgen. Lebenswege vor den Nürnberger Prozessen.
Das Buch erscheint im Februar in einer Nachauflage (Militzke Verlag
Leipzig).
|