Joss Fritz - ein Revolutionär aus unserer Region
"Auch das deutsche Volk hat seine revolutionäre Tradition",
schreibt Friedrich Engels in seinem Artikel »Der deutsche
Bauernkrieg«, der 1850 in der Neuen Rheinischen Zeitung
veröffentlicht wurde.
"Es gab eine Zeit, wo Deutschland Charaktere hervorbrachte, die sich den
besten Leuten der Revolutionen anderer Länder an die Seite stellen
können, wo das deutsche Volk eine Ausdauer und Energie entwickelte, die bei
einer zentralisierten Nation die großartigsten Resultate erzeugt
hätte, wo deutsche Bauern und Plebejer mit Ideen und Plänen schwanger
gingen, vor denen ihre Nachkommen oft genug zurückschauderten."
Engels schrieb diesen Aufsatz nach der Niederlage der Revolution von 1848,
nach den revolutionären Kämpfen, die sich in Baden bis 1849 hinzogen,
in einer Zeit "der augenblicklichen Erschlaffung, die sich nach zwei Jahren
des Kampfes fast überall zeigt". Er will in solchen Zeiten des Sieges
der Konterrevolution und der Entmutigung der Revolutionäre "die
ungefügten, aber kräftigen und zähen Gestalten des großen
Bauernkrieges dem deutschen Volk wieder vorführen."
Eine der herausragenden Gestalten des Bauernkrieges ist Joss Fritz, der
Organisator dreier Bundschuh-Aufstände. Sein Geburtsort Untergrombach will
dem Revolutionär aus unserer Region nun ein ganzes Gedenkjahr widmen und
der Bruchsaler Oberbürgermeister Doll nannte ihn gar einen "der
Urväter von Demokratie und Freiheit". Die Versuche, die Geschichte im
Sinne der Herrschenden umzuschreiben und die revolutionären Traditionen so
zurechtzubiegen, dass sie für heutige Kämpfe nicht mehr nutzbar sind,
sind mannigfaltig. Grund genug für Sozialisten und Kommunisten, für
die Linke, sich kritisch mit den angekündigten offiziellen Veranstaltungen
auseinanderzusetzen.
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22.3.2002
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Wer sich informieren will über den deutschen Bauernkrieg und über
Joss Fritz, der sollte Engels Schrift lesen (in Band 7 der 40-bändigen
Werkausgabe ab Seite 327).
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Friedrich Engels:
Der deutsche Bauernkrieg
MEW 7, S. 327
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