21.02.2019

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Nur der Sozialismus ist in der Lage die großartige Arbeit des Friedens zu vollenden

Am 15. Januar ist es 100 Jahre her, dass Rosa Luxemburg aufgrund des Verrats der deutschen Sozialdemokratie ermordet wurde. Aus diesem Anlass veröffentlicht Granma Fragmente ihres herausragenden Werkes.

In Deutschland hat die Revolution ihren Einzug gehalten. Die Massen der Soldaten, die vier Jahre lang zur Schlachtbank getrieben wurden um kapitalistischer Profite willen, die Massen der Arbeiter, die vier Jahre lang ausgesogen, ausgepresst, ausgehungert wurden, sie haben sich erhoben. Das furchtbare Werkzeug der Unterdrückung: der preußische Militarismus, diese Geißel der Menschheit, liegt zerbrochen am Boden; Arbeiter und Soldatenräte bilden sich an allen Enden. Arbeiter aller Länder, wir sagen nicht, dass in Deutschland gegenwärtig alle Macht in den Händen des arbeitenden Volkes liegt, dass man den vollständigen Sieg der proletarischen Revolution erreicht hätte. Aber Arbeiter aller Länder, jetzt spricht das deutsche Proletariat selbst mit euch. In diesem Augenblick sind wir vor der Geschichte, vor der Internationalen und dem deutschen Proletariat gerechtfertigt. Die Massen stimmen uns begeistert zu, weiten ständig die proletarischen Kreise aus und teilen die Überzeugung, dass die Zeit für eine Abrechnung mit der Regierung der kapitalistischen Klasse gekommen ist. Aber diese große Aufgabe kann nicht allein vom deutschen Proletariat geleistet werden, es kann nur kämpfen und siegen, indem es an die Solidarität der Proletarier der ganzen Welt appelliert.

Aber wir wissen auch, dass in euren Ländern das Proletariat die schlimmsten Opfer gebracht hat, dass es das fürchterliche Gemetzel leid ist, dass das Proletariat jetzt nach Hause zurückgekehrt und dass es dort Not und Elend findet, während sich das Vermögen in den Händen einiger weniger Kapitalisten auf Milliarden angehäuft hat.

Der Imperialismus aller Länder kennt keine „Verständigung“, er erkennt nur ein Recht: Gewinne des Kapitals; er kennt nur eine Sprache, das Schwert: er kennt nur eine Methode: die Gewalt.

Europa ist durch dieses verfluchte Massaker ruiniert worden. Zwölf Millionen Körper bedecken die Szene des imperialistischen Verbrechens. Die Menschheit steht am Rande eines Blutvergießens, das es nie zuvor in der Geschichte gab. Sieger und Besiegte stehen am Rande des Abgrunds, Die Menschheit ist bedroht durch Hunger, einen Stillstand sämtlicher Produktionsmechanismen,durch Seuchen und Degenerierung.

Die großen Verbrecher dieser schrecklichen Anarchie, dieses entfesselten Chais – die herrschenden Klassen- sind nicht in der Lage, ihre eigene Schöpfung zu kontrollieren. Die Bestie des Kapitals, die die Hölle des Weltkriegs hervorgerufen hat, ist unfähig, de desterrar die Ordnung wiederherzustellen und der gefolterten Menschheit Brot und Arbeit, Frieden und Zivilisation, Gerechtigkeit und Freiheit zu sichern. Nur der Sozialismus ist in der Lage die große Arbeit des dauerhaften Friedens zu vervollständigen, die Tausende von Wunden zu heilen, aus denen die Menschheit blutet und los claros de Europa, über die der apokalyptische Reiter des Krieges getreten ist, in blühende Gärten zu verwandeln, zehn Produktivkräfte für jede zerstörte zu schaffen, alle physischen und moralischen Energien der Menschheit zu erwecken und Hass und Uneinigkeit durch innere Solidarität, Harmonie und Achtung vor jedem menschlichen Wesen zu ersetzen.

Wenn die Vertreter des Proletariats aller Länder sich unter der Devise des Sozialismus die Hand reichen könnten, um Frieden zu schließen, dann würde man den Frieden in wenigen Stunden erreichen. Dann gäbe es keinen Streit mehr über das linke Rheinufer, Mesopotamien, Ägypten oder die Kolonien. Dann wird es nur ein Volk geben: die Menschen aller Rassen und Sprachen, die sich gemeinsam anstrengen. Dann wird es nur ein Recht geben: die Gleichheit aller Menschen. Dann wird es nur ein Ziel geben: das Wohlergehen und den Fortschritt für alle. Die Menschheit steht vor der Alternative: Auflösung und Fall der kapitalistischen Anarchoe oder Regenerierung durch die soziale Revolution. Wenn man an den Sozialismus glaubt, ist jetzt die Stunde gekommen, dies mit Taten zu beweisen.

DIE FORTSCHRITTLICHSTE KRAFT DER ARBEITERKLASSE

Das moderne Proletariat zeigt sich heute auf der öffentlichen Tribüne als die fortschrittlichte Kraft der Arbeiterklasse und gleichzeitig des ganzen weiblichen Geschlechts und wird zur erste Kämpferin der Avantgarde seit Jahrhunderten. Schwer hat die Frau des Volkes seit jeher gearbeitet. In der wilden Horde schleppt sie Lasten, sammelt Lebensmittel; in dem primitiven Dorfe pflanzt sie Getreide, mahlt, formt Töpfe; in der Antike als Sklavin bedient sie die Herrschaft und säugt deren Sprösslinge mit ihrer Brust; im Mittelalter front sie in der Spinnstube für den Feudalherrn. Aber seit das Privateigentum besteht, arbeitet die Frau des Volkes meist getrennt von der großen Werkstatt der gesellschaftlichen Produktion, also auch der Kultur, eingepfercht in die häusliche Enge eines armseligen Familiendaseins. Erst der Kapitalismus hat sie aus der Familie gerissen und in das Joch der gesellschaftlichen Produktion gespannt, auf fremde Äcker, in die Werkstätten, auf Bauten, in Büros, in Fabriken und Warenhäuser getrieben. Als bürgerliche Frau ist das Weib ein Parasit der Gesellschaft, ihre Funktion besteht nur im Mitverzehren der Früchte der Ausbeutung; als Kleinbürgerin ist sie ein Lasttier der Familie. In der modernen Proletarierin wird das Weib erst zum Menschen, denn der Kampf macht erst den Menschen, der Anteil an der Kulturarbeit, an der Geschichte der Menschheit.

Für die besitzende bürgerliche Frau ist ihr Haus die Welt. Für die Proletarierin ist die ganze Welt ihr Haus, die Welt mit ihrem Leid und ihrer Freude, mit ihrer kalten Grausamkeit und ihrer rauen Größe. Die Proletarierin wandert mit dem Tunnelarbeiter aus Italien nach der Schweiz, kampiert in Baracken und trocknet trällernd ihre Säuglingswäsche neben Felsen, die mit Dynamitpatronen in die Luft fliegen. Als Saisonlandarbeiterin sitzt sie im Frühjahr im Lärm der Bahnhöfe auf ihrem bescheidenen Bündel, ein Tüchlein auf dem schlicht gescheitelten Kopfe, und wartet geduldig, um vom Osten nach dem Westen verladen zu werden.

Auf dem Zwischendeck des Ozeandampfers wandert sie mit jeder Welle, die das Elend der Krise von Europa nach Amerika spült, in der buntsprachigen Menge hungernder Proletarier, um, wenn die rückläufige Welle einer amerikanischen Krise aufschäumt, nach der heimatlichen Misere Europas, zu neuen Hoffnungen und Enttäuschungen, zur neuen Jagd nach Arbeit und Brot zurückzukehren.

Die bürgerliche Frau hat kein wirkliches Interesse an politischen Rechten, weil sie keine wirtschaftliche Funktion in der Gesellschaft ausübt, weil sie die fertigen Früchte der Klassenherrschaft genießt. Die Forderung nach weiblicher Gleichberechtigung ist, wo sie sich bei bürgerlichen Frauen regt, reine Ideologie einzelner schwacher Gruppen, ohne materielle Wurzeln, ein Phantom des Gegensatzes zwischen Weib und Mann, eine Schrulle.. Die Proletarierin braucht politische Rechte, weil sie dieselbe wirtschaftliche Funktion in der Gesellschaft ausübt, ebenso für das Kapital rackert, ebenso den Staat erhält, ebenso von ihm ausgesogen und niedergehalten wird wie der männliche Proletarier. Sie hat dieselben Interessen und benötigt zu ihrer Verpfechtung dieselben Waffen. Ihre politischen Forderungen wurzeln tief in dem gesellschaftlichen Abgrund, der die Klasse der Ausgebeuteten von der Klasse der Ausbeuter trennt, nicht im Gegensatz von Mann und Frau, sondern im Gegensatz von Kapital und Arbeit.

Die arbeitende Frau wird gemeinsam mit dem Mann die Säulen der bestehenden gesellschaftlichen Ordnung niederreißen und dabei helfen sie unter ihren eigenen Ruinen zu begraben.

DIE REVOLUTION

Der Pfad der Revolution zeigt sich deutlich in den Zielen und der konsequenten Methode ihrer Aufgaben, Alle Macht in den Händen der arbeitenden Massen, in Händen der Arbeiter – Soldatenräte, die die Arbeit der Revolution gegen ihre verborgenen Feinde sichern: das ist der Markstein für alle Maßnahmen, die eine revolutionäre Regierung ergreifen muss.

Jeder Schritt, jede Handlung der Regierung muss wie ein Kompass in diese Richtung zeigen.

Quelle: Luxemburg Internet Archive (marxists.org).


2019-01-17 13:56:57

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