Großdemonstration zur Bundesagentur
für Arbeit in Nürnberg am 6.11.2004 |
Gemeinsam gegen Sozialraub, Agenda 2010 und Hartz IV!
Eine andere Welt ist möglich und nötig!
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Hier der gemeinsame Demoaufruf
aller Gruppen und des Sozialforum Nürnberg:
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Gemeinsam gegen Sozialraub, Agenda 2010 und Hartz IV!
Eine andere Welt ist möglich und nötig!
Großdemonstration zur Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg
am 6. November 2004
Die Hartz-IV Gesetze treten am 1. Januar 2005 in Kraft. Sie bringen eine
massive Verschlechterung der Situation von Erwerbslosen und
Lohnabhängigen. Das Einkommen der Erwerbslosen wird mit dem
Arbeitslosengeld II (ALG II) generell auf 345 Euro (West) und 331 Euro (Ost)
abgesenkt. Eigene Ersparnisse, auch die der Partner/in und die Altersvorsorge,
müssen weitgehend aufgebraucht werden. Die Zumutbarkeit wird weiter
verschärft. Faktisch muss jede Arbeit an jedem Ort angenommen werden, auch
Jobs im Niedrigstlohnbereich und gemeinnützige Arbeit. Frauen sind von
diesen Verschlechterungen wieder einmal besonders betroffen. Diese Gesetze sind
nicht nur ein massiver Angriff auf die Einkommen der Erwerbslosen. Es wird
damit zugleich eine Drohkulisse gegen alle aufgebaut, die noch Arbeit haben.
Sie sollen Lohnkürzung, Arbeitszeitverlängerung, Urlaubsstreichung
usw. im voraus eilenden Gehorsam akzeptieren, um Entlassungen und den damit
verbundenen Absturz in die Armut zu vermeiden.
Es ist eine Lüge der "großen Koalition" der
Sozialkahlschlagsparteien, dass diese "Reformen" Arbeitsplätze
schaffen. Sie zielen auf die Ausdehnung des Niedriglohnsektors, um so die
angestrebte allgemeine Senkung des Lohnniveaus durchzusetzen. Die Hartz-
Gesetze sind Teil des umfassenden Umverteilungsprozesses, der unter dem
Stichwort Agenda 2010 vor allem von Großunternehmen vorangetrieben wird.
Vom wachsenden gesellschaftliche Reichtum profitieren fast ausschließlich
die Geld- und Kapitalbesitzer/innen. Dabei verfügen in Deutschland schon
heute 365000 Millionäre über ein Viertel des Geld- und den
Großteil des Produktivvermögens. Die unteren 50% besitzen gerade mal
4,5% des Vermögens.
Der Druck der Konzerne zum Abbau der Löhne und jeder sozialen
Absicherung wird bestehen bleiben, da es keine Grenze für deren Profitgier
gibt, außer unserem Widerstand gegen diese Politik. Ohne diesen stehen
alle sozialen Errungenschaften auf dem Spiel, die die Arbeiter/innenbewegung in
jahrzehntelangen Kämpfen mühsam errungen hat.
Für einen heißen Herbst!
Diesem Sozialraub müssen wir nun entschiedenen Widerstand entgegen
setzen. Schon bisher beteiligten sich Hunderttausende an Demonstrationen gegen
die Agenda 2010, Student/innen streikten, Arbeitslose protestierten,
Rentner/innen meldeten sich laut mit großen Kundgebungen zu Wort und in
Betrieben gab es Warnstreiks gegen Arbeitszeitverlängerung. Ein Beispiel
für viele unsichtbare Kämpfe: bei Neoman in Salzgitter kippte eine
betriebliche Basisinitiative den Sozialplan und setzte eine kollektive Regelung
gegen Entlassungen durch. Das alles reicht noch nicht aus, sorgen wir gemeinsam
dafür, dass die Agenda 2010 fällt! Wir lehnen die weltweite
Standortkonkurrenz und rassistische Ausgrenzungspolitik ab. Wir streben eine
Wirtschaftsordnung an, die sich nach den Bedürfnissen der Menschen richtet
und unser Leben nicht dem Profitstreben unterwirft.
Deshalb demonstrieren wir am 6. November zur Zentrale der Bundesagentur
für Arbeit:
- weil sie bei der Durchsetzung der Hartz-Gesetze eine zentrale Rolle
spielt
- weil sie durch die Privatisierung der Vermittlung (PSA) der
Wirtschaftskriminalität und Ausbeutung Vorschub leistet
- weil die Stadt Nürnberg als Teil eines Pilotprojektes bei der
Umsetzung des ALG II eine Vorreiterrolle einnimmt
- weil die Bundesagentur ein wesentlicher Bestandteil im Gesamtkonzept der
Agenda 2010 ist,
- als ein Teil einer bundesweiten Herbstkampagne, die von einem breiten
Spektrum von Sozialverbänden bis zu antikapitalistischen Gruppen
vorbereitet wird.
Wir fordern die Rücknahme der Agenda 2010, den Stopp des Sozial-,
Bildungs- und Lohnabbaus - Nein zu Hartz IV!
Wir leisten Widerstand und setzen uns für eine Welt ein, in der
Ausbeutung und Unterdrückung der Vergangenheit angehören!
Sozialforum Nürnberg und viele andere
www.grossdemo-nuernberg.tk
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21.10.2004
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