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Bundesweiter Aktionstag am 5. September
Hartz-Schluss
Erwerbsarbeit verteilen!
6-Stunden-Normalarbeitstag!
Hartz-Gesetze zurücknehmen!
Bedingungsloses Grundeinkommen!
Gesetzlicher Mindestlohn!
| Ablauf der Veranstaltung in Karlsruhe: |
| 1600 Uhr |
Infostände und Aktionen der beteiligten Gruppen auf dem Marktplatz
Erwerbslosen-Aktion: "zusätzliche" Arbeit (Pyramidenbau) |
| 1700 Uhr |
Kundgebung / Redebeiträge |
| 1730 Uhr |
Beginn der Demonstration vom Marktplatz über Kaiserstraße,
Ludwigsplatz zurück zum Marktplatz |
| 1815 Uhr |
Musik mit "Hochspannung" auf dem Marktplatz |
| 1845 Uhr |
Offenes Mikrofon |
| 1900 Uhr |
Abschluss
mit "Hochspannung" |
Forderungen
- Einführung einer 30 Stunden-Woche bei vollem Lohn- und
Personalausgleich - nur Arbeitszeitverkürzung schafft
Arbeitsplätze!
- Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens von 850,- Euro
zuzüglich Warmmiete.
- Abschaffung der 1-Euro-Jobs und Umwandlung in
sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse mit einem Stundenlohn
von 10,- Euro.
- Gesetzlicher Mindestlohn von 10,- Euro.
- Bleiberecht für alle hier lebenden Menschen.
- Notwendige Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation von
ALG II-Bezieher/innen:
- Von der zukünftigen Bundesregierung wird verlangt, dass die Leistungen
dem realen Bedarf entsprechen müssen. Kindergeld oder Unterhaltszahlungen
dürfen nicht auf den Regelsatz der erziehenden Eltern, das Einkommen der
Partner/-innen oder Verwandten nicht auf den Regelsatz des Erwerbslosen
angerechnet werden.
- Gemeinden/Städte, (Land) Kreise bzw. Länder werden aufgefordert,
ungeachtet der Wohnungsgröße die Mietkosten zu übernehmen und
auf Zwangsumzüge zu verzichten. Von den Kommunen wird erwartet, dass sie
die Kosten der Krankenkassen übernehmen, wenn Betroffene aus dem
Leistungsspektrum des ALG II fallen.
- Eintrittspreise für eigenbetriebliche Kultur- und
Freizeiteinrichtungen der Kommunen/Länder sollen mit einem Preis von 1
Euro pro Monat auch erschwinglich für einkommensarme Menschen sein. Die
Kommunen werden aufgefordert, mit den kommunalen Verkehrsbetrieben ein
Sozialticket für den öffentlichen Personennahverkehr auszuhandeln,
die angemessen der ALG II-Bezüge ein Recht auf Mobilität
sicherstellen.
Der soziale Protest der letzten Jahre war erfolgreich und ist seit langem
nicht mehr so breit in den gesellschaftlichen Schichten mitgetragen worden,
auch wenn die Hartz-Gesetze nicht gekippt werden konnten.
Außer einem einsamen Superminister Clement verteidigt kaum noch ein
Vertreter der Klasse der BerufspolitikerInnen das
"Jahrhundertreformwerk". Dass die Kanzler-SPD in sich gescheitert
ist, hat mit unserem Widerstand zu tun.
Die Gesellschaft ist in einer Legitimationskrise. Ein Ausdruck davon ist die
propagierte "Alternativlosigkeit" des Sozialabbaus der
Hartz-EinheitsParteien. In einer Situation der Angst der gefühlten
Bedrohungen stellen sich eine "Kanzler-Agenda 2010" oder
"Kanzler-Agenda Arbeit" (egal unter welchen Bedingungen) zur Wahl.
Gleichgültig, welche sich durchsetzt oder beide in der Großen
Koalition - wir haben keine andere Wahl, als durch einen nachhaltigen und
dauerhaften Protest wieder ein politischer Faktor und Akteur der sozialen
Selbstverteidigung der Menschenwürde zu werden.
Die soziale Frage wird im Mittelpunkt des vorgezogenen Wahlkampfes
stehen.
Es geht um die gesellschaftliche Perspektive eines Lebens in Sicherheit
für alle Menschen.
Dieser Wunsch vereint Erwerbstätige, die unter immer mieseren und
unsicheren Arbeitsbedingungen leiden, Erwerbslose, die nicht länger von
Ämtern schikaniert werden wollen, Frauen, die durch die sinnlosen
Hartz-Gesetze zunehmend in ihre alte vom Mann abhängige Rolle zurück
gedrängt werden, Behinderte, denen sämtliche Leistungen gestrichen
werden und Flüchtlinge und Migranten, deren Aufenthaltsstatus durch eine
immer rigoroser agierende Bürokratie gefährdet ist.
Nicht Antiterror-Gesetze und ein verschärftes Zuwanderungsgesetz, die
die demokratischen Grundlagen unseres Gemeinwesens gefährden, schaffen
Sicherheit, sondern wirkliche soziale Gerechtigkeit.
Diese wollen wir gemeinsam einfordern. Als ein Zusammenschluss der sozialen
Bündnisse, Protestinitiativen und gewerkschaftlichen Erwerbslosengruppen
geht es uns darum, Betroffene und solidarische Menschen zu aktivieren, uns und
sie zu befähigen, die Verantwortung für ein "gutes Leben"
selber in die Hand zu nehmen. Der konkrete Protest und Widerstand vor Ort
braucht eine langfristige Perspektive für gesellschaftliche Bedingungen,
die eine Antwort auf die Herausforderung der Armut geben; es braucht die Vision
eines neuen "Sechs Stunden Normalarbeitstag" durch
Arbeitsumverteilung, eines gesetzlich durchgesetzten Mindestlohns, und es
bedarf eines bedingungslosen Grundeinkommens oberhalb des Armutsrisikos.
Gesellschaftlich sinnvolle Arbeit gibt es zuhauf - und sie könnte auch
gesellschaftlich bezahlt werden, wenn man die Verwaltungskosten der
Arbeitslosigkeit (ca. 120 Mrd. Euro!) in sozialversicherungspflichtige
Arbeitsplätze umschichtet.
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4.9.2005
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