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Dieser Streik geht uns alle an!

Solidarität
mit den streikenden Kolleginnen und Kollegen der Telekom

Das wollen die Telekom-Bosse:

  • 52.000 Mitarbeiter sollen in drei neu zu gründende Service-Gesellschaften ausgegliedert werden.
  • Bei neu Eingestellten sollen die Gehälter um ca. 40% abgesenkt werden. In einem Call Center würde das Monatsgehalt von gegenwärtig 2.841 Euro auf 1.645 Euro brutto sinken. Davon wären lediglich 1.151 Euro sicher, der Rest erfolgsabhängig variabel.
  • Für bisher Beschäftigte sollen die Gehälter um mindestens 9% abgesenkt und Tariferhöhungen bis 2010 ausgesetzt werden.
    Zusätzlich sollen variable (also unsichere) Gehaltsbestandteile von jetzt 7% auf 20 - 30% steigen.
    Die Arbeitszeit soll von 34 auf 38 Std. ohne Lohnausgleich verlängert werden.
  • Außerdem soll für Monteure die Fahrt zum Kunden in die Freizeit fallen. Tarifvertragliche Erholzeiten sollen gestrichen, Samstag und Sonntag zum Regelarbeitstag werden.

Unter dem Strich eine Lohnsenkung von über 40%.

Dabei haben die Telekom-Beschäftigten bereits auf Einkommen verzichtet, um mit der 34-Std.-Woche Arbeitsplätze zu sichern.


Es reicht jetzt!

Nein zu Armutslöhnen!

Nein zur Verlängerung der Arbeitszeit!

Nein zur Ausgliederung!


Telekom - das geht alle an!

Bei der Telekom ist die Gewerkschaft noch relativ stark. In den meisten anderen Betrieben sieht es schlechter aus. Wenn dieser Angriff auf die Beschäftigten bei der Telekom durchkommt, dann wird in der gesamten Branche ein Wettlauf um die schlechtesten Arbeitsbedingungen und niedrigsten Löhne einsetzen. In der gesamten Branche werden prekäre Arbeitsbedingungen einziehen.

Und nicht nur dort.

Dann wird normal, was Karstadt-Quelle kürzlich angekündigt hat: Zum Jahresende soll sämtlichen 800 Mitarbeitern in zwei Call Centern in Nürnberg gekündigt werden. Die Beschäftigten erhalten dann nach Aussage von Quelle die Möglichkeit, sich bei einer neuen GmbH wieder zu bewerben. Dort sollen sie die gleiche Arbeit machen, aber bei verlängerter Wochenarbeitszeit und weniger Urlaub statt bisher 2.000 Euro nur noch zwischen 1.100 und 1.450 Euro brutto verdienen. Das sind Armutslöhne!

So stellen sich das Kapital und seine politischen Handlanger die Zukunft vor.

Ver.di und die Telekom-Belegschaft führen einen Kampf im Interesse aller Angestellten, Arbeiter, Beamten und Arbeitslosen in diesem Lande.

Ver.di und die Telekom-Belegschaft vertreten in dieser Auseinandersetzung das Allgemeinwohl und Zukunftsinteressen der gesamten Gesellschaft gegen die egoistischen Sonderinteressen der Großaktionäre.

Deshalb brauchen ver.di und die Telekom-Belegschaft die Solidarität aller anderen Gewerkschaften, aller Lohnabhängigen und Erwerbslosen, der Telekom-Kunden, der gesamten Öffentlichkeit.


Telekom: Alles für die Aktionäre

Der Telekom laufen die Kunden weg, wo heißt es, weil der Service angeblich grauenhaft schlecht sei. Abgesehen davon, dass dieser bei der Konkurrenz auch nicht besser ist, leuchtet es dann schon gar nicht ein, warum der Service besser werden soll, wenn man die dort Beschäftigten schlechter bezahlt, ausgliedert, demütigt und in Angst um ihre Existenz und Zukunft versetzt.

Trotz achtzehn Umorganisationen, die zum organisatorischen Chaos führten, machten die Beschäftigten unter hohem Einsatz ihre Arbeit. Ihre Vorschläge zur Verbesserung des Kundendienstes wurden vom Management konsequent ignoriert.

Der Telekom geht es schlecht, behauptet der Telekom-Vorstand.

Da verwundert es umso mehr, dass die Telekom ohne Not eine außergewöhnlich hohe Dividende an ihre Aktionäre ausschüttet. Nach Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Aufwendungen für den Personalabbau bleibt ein Nettogewinn von 3,2 Mrd. Euro. Von diesem werden über 3,1 Mrd. als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Nahezu der gesamte Gewinn! Dieses Geld fehlt für Zukunftsinvestitionen. Zudem werden 2,7 Mrd. Euro als Zinsen an die Banken und Geldvermögensbesitzer gezahlt. Leistungsloses Einkommen, erarbeitet von den Telekom-Beschäftigten. Die Großaktionäre Blackstone und Bundesregierung, die Banken und die Geldvermögensbesitzer saugen die Telekom aus. Das geht an die Substanz des Unternehmens und gefährdet die Zukunft der Telekom.

Im Gegenzug sollen 50.000 Telekom-Mitarbeiter Geld hergeben, um die Gier der Aktionäre zu befriedigen.


Verzicht?

"Telekom-Vorstand verzichtet auf Monatsgehalt", meldete die Presse.

"Ich würde sogar auf ein ganzes Jahresgehalt verzichten, wenn ich dafür das Monatsgehalt des Herrn Obermann bekäme", meinte dazu ein Telekom-Monteur.

Denn trotz "Verzicht" bleiben Herrn Obermann in diesem Jahr noch über 2 Millionen Euro.


Die Heuschrecken sind da

Telekom-Vorstandschef Obermann droht: Wenn die Ausgliederung scheitert, dann kommen die Heuschrecken.

Ein plumper Einschüchterungsversuch, denn die Heuschrecken sind schon da und haben das Kommando bereits übernommen. Ins Haus geholt von der Bundesregierung, um Dividende und Aktienkurs nach oben zu treiben. Denn Finanzminister Steinbrück will den Bundeshaushalt mit dem Verkauf der Telekom-Aktien des Bundes sanieren.

Blackstone, die zweitgrößte Heuschrecke der Welt, ist dafür bekannt, rücksichtslos Arbeitsplätze zu vernichten und Arbeitsbedingungen zu verschlechtern, um den maximalen Profit herauszupressen.

Das große Geld macht Blackstone aber damit, Firmen in Einzelteile zu zerlegen, mit Schulden zu überladen, kahl zu fressen und schließlich mit Gewinn weiterzuverkaufen.

Obermann sucht in ver.di und dem Streik bereits Sündenböcke und Alibis für das lange geplante Vorhaben, den Konzern zu zerteilen und zu verhökern.

Klein beigeben - das schreckt keine Heuschrecke. Selbstbewusste, widerständige und kämpferische Belegschaften - das ist ein Horror für Heuschrecken. Nur so kann auch die Bundesregierung gezwungen werden, ihr Aktienpaket zur Heuschrecken-Abwehr und zur Sicherung des Unternehmens, der Arbeitsplätze und der Arbeitsbedingungen einzusetzen.


Sozial is' muss!

Gemeinsam gegen Arbeitsplatzvernichtung und Lohndumping!

DKP - www.kommunisten.de


Telekommunikation - eine öffentliche Aufgabe

Die frühere Postgewerkschaft hatte die Privatisierung der damaligen Bundespost vehement abgelehnt: Privatisierung ist Enteignung der Allgemeinheit! Heute sind an die Stelle der staatlichen Monopole private "global player" getreten. Für diese zählt nicht mehr die Versorgung der Bevölkerung, sondern nur noch der maximale Profit und die Expansion ins Ausland. Auf Kosten der Belegschaften und der Kunden.

Um Rendite und Aktienkurs zu steigern, sind bei der Telekom in 10 Jahren 110.000 Arbeitsplätze vernichtet worden. Bei der Post wurden allein in der Briefzustellung mehr als 28.000 reguläre und tariflich abgesicherte Arbeitsplätze abgebaut, Briefkästen entfernt, Postfilialen geschlossen. Die privaten Profite sind gestiegen, die Folgen wurden auf die Gesellschaft in Form von Arbeitslosigkeit und unterfinanzierten Sozialkassen abgewälzt.

Telekommunikation zählt ebenso wie Gesundheit, Bildung, Alterssicherung, Wasser, Energieversorgung, Bahn und öffentlicher Nahverkehr zur Grundversorgung der Menschen.

Deshalb muss die Telekom unter öffentliche, demokratische Kontrolle!


30.5.2007
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