Wir zahlen nicht für eure Krise!
Bundesweiter Aufruf zu Demonstrationen am 12. Juni 2010 in Berlin und
Stuttgart
Lediglich eine Woche hat es gedauert, bis die Bundesregierung 500 Mrd.
(Bürgschaften, Kredite, Finanzhilfen) für die Banken mobilisiert hat.
Eineinhalb Jahre später knallen bei vielen Hedge-Fonds schon wieder die
Champagnerkorken, werden wieder Milliarden-Boni ausgezahlt, sonnt sich die
Deutsche Bank in Riesengewinnen und wird massiv gegen Griechenland
spekuliert.
WIR ZAHLEN NICHT
FÜR EURE KRISE!
GEMEINSAM GEGEN
ERWERBSLOSIGKEIT,
KOPFPAUSCHALE
UND BILDUNGSABBAU!
Demonstrationen
Samstag, 12. Juni 2010
in Berlin und Stuttgart
Samstag, 12. Juni 2010
Berlin, Rotes Rathaus, 12 Uhr
Stuttgart, Innenstadt, 11 Uhr
Internet: www.kapitalismuskrise.org
Kein einziges Gesetz zur Regulierung des Finanzsektors, zur Schließung
von Steueroasen oder dem Verbot von hochriskanten Finanzspekulationen wurde
verabschiedet. Die Verluste wurden sozialisiert, und die Gewinne können
wieder privat angehäuft werden. Die nächste Spekulationsblase baut
sich bereits auf.
Wer zahlt die Zeche?
Gleichzeitig müssen Millionen Menschen damit rechnen, dass die
größte Finanz- und Wirtschaftskrise auf ihrem Rücken ausgetragen
wird. Zahlreiche Betriebe sind von Insolvenz bedroht. Viele Beschäftigte
wissen nicht, ob ihr Arbeitsplatz nach dem Auslaufen der Kurzarbeit noch
bestehen wird. Die Ausbildungsstellen gehen massiv zurück und noch weniger
Auszubildende werden übernommen. Die Zahl der im Niedriglohn-Sektor
Beschäftigten nimmt dramatisch zu, ebenso prekäre
Arbeitsverhältnisse. Eine wachsende Zahl von Beschäftigten kann von
ihrem Lohn nicht mehr leben. Die Hoffnung der Erwerbslosen auf einen
Arbeitsplatz wird weiter zerstört - dagegen werden sie von Westerwelle,
Sarrazin & Co. zu den Sündenböcken der Misere gemacht.
Privater Reichtum und öffentliche Armut - Kommunen verarmen
Fast drei Jahrzehnte lang wurde über die Steuerpolitik massiv zu
Gunsten der Reichen, Vermögenden und Kapitalbesitzer umverteilt,
während die Belastung der Beschäftigten und Rentner/innen gewachsen
ist. Leidtragende sind auch die öffentlichen Haushalte, insbesondere die
Kommunen. Ihre Einnahmen gehen in der Krise drastisch zurück. Viele
Kommunen reagieren auf die Steuereinbrüche und ihre finanzielle Misere mit
Personalabbau, Gebührenerhöhung und Abbau der öffentlichen
Daseinsvorsorge, zu Lasten der Bürger/innen und der Beschäftigten.
Dabei sind die Mängel in der Bildung, im Gesundheitswesen, im sozialen
Bereich und in der Ökologie unübersehbar. Wir brauchen mehr Geld
für Bildung, Soziales und Ökologie und eine deutlich bessere
Finanzausstattung der Kommunen.
Schwarz/Gelb gibt den Reichen - und schlägt auf die Gesundheit
Die Politik von Schwarz/Gelb verteilt weiter um, zu Gunsten der Reichen und
Erben. Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz entzieht den Kommunen weitere 1,6 Mrd.
Euro. Die Verursacher der Krise bleiben verschont, und für die Zeit nach
der NRW-Wahl wird schon jetzt eine Sparpolitik zu Lasten der Mehrheit der
Bevölkerung angekündigt. Die Bundesregierung plant eine
Gesundheitsreform, bei der ausschließlich die Beschäftigten und
Versicherten zu Kasse gebeten werden. Die Kapitalseite wird verschont. Mit der
Einführung der Kopfpauschale würde der Manager den gleichen
Krankenkassenbeitrag bezahlen wie die Putzfrau. Das wäre die Zerschlagung
der Reste des Solidarprinzips im Gesundheitswesen - so wie schon mit der
Pflegeversicherung geschehen.
Nicht auf unserem Rücken!
Die Folgen der Krise sollen wir tragen - und gleichzeitig mit einer
Verschlechterung unserer Arbeits- und Lebensbedingungen den Aufschwung bezahlen.
Die kapitalistische Profitlogik und die massive Umverteilung von Unten nach
Oben, die eine wesentliche Ursache für die Krise sind, sollen auch die
Basis für den erhofften Aufschwung bilden. Die Wirtschaftsverbände in
Deutschland setzen weiter auf die Eroberung der Exportmärkte durch Lohn-
und Sozialdumping, zu Lasten der Beschäftigten hier und in den anderen
Ländern. Im Verbund mit der Bundesregierung versuchen sie auch allen
anderen EU-Ländern einen rabiaten Lohn- und Sozialabbau aufzuzwingen.
Wir sind mit unserer Losung "Wir zahlen nicht für eure Krise"
Teil eines europaweiten sozialen Widerstands. Die deutsche Regierung
verstärkt den Druck auf andere europäische Länder in einer
Politik von Verarmung und Wiederbelebung des Neoliberalismus. Dieses Modell geht
nicht nur zu Lasten der Menschen, sondern auch der Ökologie und des Klimas.
Längst hat sich die Finanz- und Wirtschaftskrise mit der Ökologie- und
Klimakrise verschränkt, Kriege werden verstärkt. Eine Fortsetzung
dieses "Modells" ist nicht im Interesse der Mehrheit der Menschen.
Jetzt auf die Straße gehen!
Gemeinsam können wir uns dagegen organisieren: in den Betrieben, vor
den Arbeitsagenturen, an den Unis und Schulen und auf der Straße. Wir
wollen Gegenwehr gegen die Politik von Schwarz/Gelb, gegen
Arbeitsplatzvernichtung, Sozialabbau und Umweltzerstörung stärken. Wir
wehren uns gegen Entsolidarisierung und Spaltung - gemeinsam können wir
eine Bewegung aufbauen!
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